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13. August 2026

Konkurrenzfähig, flexibel und tragfähig: Was KMU bei ihrer Vorsorgelösung wirklich brauchen

Kolumne von Alain Grand

Die berufliche Vorsorge ist für KMU mehr als eine gesetzliche Pflicht. Sie prägt die Attraktivität als Arbeitgeber, schützt Mitarbeitende und muss sich zugleich mit vertretbarem Aufwand in der Personaladministration und Lohnbuchhaltung führen lassen. Entscheidend ist deshalb nicht, welche Vorsorgelösung möglichst viele Leistungen bietet, sondern ob sie zum Profil der Mitarbeitenden, zum Geschäftsmodell und zu den Ressourcen des Unternehmens passt.

 

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Im Bild: Alain Grand, Fachleiter Vorsorge bei Tellco

Konkurrenzfähigkeit beginnt beim eigenen Arbeitsmarkt

Eine konkurrenzfähige Vorsorgelösung muss nicht überall überdurchschnittlich sein. Sie sollte dort Mehrwert schaffen, wo er für das Unternehmen und seine Mitarbeitenden zählt. Ein Betrieb mit vielen Teilzeitangestellten hat andere Bedürfnisse als ein Unternehmen mit Vollzeitangestellten oder mehreren Kaderstufen. Auch die Beschäftigung temporärer Mitarbeitender bringt besondere Anforderungen mit: Schwankende Pensen, kurze Einsatzdauern und Mutationen müssen korrekt versichert und effizient verarbeitet werden.

Für KMU lohnt es sich deshalb, nicht nur Beitragssätze zu vergleichen. Ebenso wichtig sind der versicherte Lohn, der Koordinationsabzug, die Risikoabsicherung bei Tod und Invalidität sowie die Leistungen für verschiedene Mitarbeitergruppen. Attraktiv wird eine Vorsorgelösung jedoch erst, wenn die Mitarbeitenden ihren Wert erkennen. Verständliche Informationen und ein einfacher digitaler Zugang zur persönlichen Vorsorgesituation sind daher essenziell.

 

Gemeinsame Struktur, gezielter Spielraum

Eine Sammelstiftung kann KMU von Aufgaben effizient entlasten, die sie allein nur mit erheblichem Aufwand bewältigen könnten. Sie stellt die notwendige Infrastruktur bereit und bündelt Administration, Vermögensanlage, Risikomanagement und Governance.

Vorsorgepläne können beim versicherten Lohn, bei den Sparbeiträgen, der Finanzierung sowie bei den Leistungen bei Tod und Invalidität auf die Bedürfnisse des Unternehmens abgestimmt werden. Auch Veränderungen des Beschäftigungsgrads, unterjährige Lohnanpassungen und stark schwankende Einkommen können im Vorsorgeplan berücksichtigt werden. Je nach gewählter Vorsorgelösung stehen zudem unterschiedliche Anlagestrategien zur Verfügung. Für KMU zählt nicht die grösstmögliche Auswahl, sondern die Möglichkeit, jene Elemente anzupassen, die für die eigene Belegschaft und das Geschäftsmodell relevant sind.

Gerade für Personalverleiher oder Unternehmen mit stark schwankenden Pensen zeigt sich der Nutzen einer flexiblen Vorsorgelösung. Eine Abrechnung auf Stundenlohnbasis, klare Prozesse und die routinierte Verarbeitung häufiger Ein- und Austritte von Mitarbeitenden können den administrativen Aufwand reduzieren. Flexibilität bedeutet hier also auch, dass wechselnde Einsätze und schwankende Löhne mit klaren, wiederkehrenden Abläufen verarbeitet werden können.

 

Im Alltag zeigt sich die Qualität

Ob eine Vorsorgelösung tragfähig ist, entscheidet sich im täglichen Betrieb. Ein- und Austritte, Lohnänderungen sowie Absenzen sollten digital und mit möglichst wenigen manuellen Arbeitsschritten verarbeitet werden können. Bei komplexeren Fällen braucht es zudem erreichbare Fachpersonen, die den Sachverhalt rasch klären und verbindlich weiterhelfen.

Vor einem Entscheid sollten KMU drei Fragen gemeinsam betrachten: Bietet die Vorsorgelösung den Mitarbeitenden einen erkennbaren Mehrwert und unterstützt sie die Positionierung des KMU als Arbeitgeber? Kann die Vorsorgelösung Veränderungen bei Personalbestand, Pensen und Löhnen auffangen? Und lassen sich die Prozesse mit den vorhandenen Ressourcen zuverlässig bewältigen?

Die beste Vorsorgelösung ist selten jene mit dem grössten Leistungsumfang oder dem tiefsten Preis. Die beste Vorsorgelösung schafft erkennbaren Nutzen für die Mitarbeitenden, gibt dem Unternehmen dort Spielraum, wo er gebraucht wird, und reduziert die Komplexität im Alltag. Eine professionell geführte Sammelstiftung schafft dafür die Grundlage, indem sie eine effiziente Infrastruktur mit dem Gestaltungsspielraum verbindet, den unterschiedliche KMU benötigen.

 

Biografie

Alain Grand verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der beruflichen Vorsorge. Mit seiner Expertise und seinem breiten Netzwerk prägt er bei Tellco die Gestaltung zukunftsorientierter Vorsorgelösungen. 

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