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26. März 2026

HR FESTIVAL europe 2026: Welche Themen beschäftigen HR-Verantwortliche in der beruflichen Vorsorge aktuell?

Das HR FESTIVAL europe 2026 hat einmal mehr gezeigt: Die berufliche Vorsorge ist längst kein rein administratives Thema mehr. In den Gesprächen mit HR-Verantwortlichen wurde deutlich, dass sich der Fokus verschiebt – hin zu einer strategischen Auseinandersetzung mit Vorsorge, Gesundheit und Arbeitgeberattraktivität.

Doch welche Themen stehen aktuell wirklich im Zentrum? 

 

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Drei Perspektiven aus den Sessions

Im Rahmen unserer Beiträge am HR Festival wurden zentrale Entwicklungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet.

Alain Grand zeigte in seinem Referat „Vorsorge neu gedacht: Flexible Arbeitswelten ohne Lücken“, wie stark sich Arbeitsmodelle verändern – insbesondere durch Teilzeit-, Temporär- und Mehrfachbeschäftigung. Die zentrale Frage dabei: Wie kann die berufliche Vorsorge diesen Realitäten gerecht werden?

Granit Kabashi ging in seiner Session „Pensionskasse – strategischer Hebel statt reine Pflicht“ darauf ein, wie Unternehmen ihre Vorsorgelösung bewusst einsetzen können. Im Fokus stand die Frage, wie sich die Pensionskasse nicht nur verwalten, sondern aktiv zur Differenzierung als Arbeitgeber nutzen lässt.

Ana Costa beleuchtete in ihrer Session „Hybride Arbeit & mentale Gesundheit“ die zunehmende Bedeutung des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Dabei wurde deutlich, dass mentale Gesundheit und neue Arbeitsformen eng miteinander verknüpft sind und Unternehmen hier verstärkt nach konkreten Lösungsansätzen suchen.

Die Themen aus den Sessions haben sich auch in den Gesprächen mit HR-Verantwortlichen klar widerspiegelt.

 

Zwischen Kostendruck und Arbeitgeberattraktivität

Viele Unternehmen bewegen sich heute in einem klaren Spannungsfeld. Einerseits steigt der Kostendruck, andererseits gewinnt die Positionierung als attraktiver Arbeitgeber zunehmend an Bedeutung. Diese beiden Entwicklungen treffen in der beruflichen Vorsorge direkt aufeinander.

In den Gesprächen wurde deutlich, dass Unternehmen ihre Vorsorgelösung immer seltener nur verwalten. Stattdessen wird konkret geprüft, wie sie gezielt zur Stärkung der eigenen Arbeitgeberposition beitragen kann. Die Vorsorge wird damit Teil der strategischen Überlegungen im HR und gewinnt an Sichtbarkeit – sowohl intern als auch im Wettbewerb um Talente.

 

Teilzeitarbeit als Treiber für flexiblere Lösungen

Besonders präsent war auch die zunehmende Teilzeitarbeit bei Erwerbstätigen. Sie stellt bestehende Vorsorgelösungen nicht grundsätzlich in Frage, macht aber deren Grenzen sichtbarer. Themen wie Eintrittsschwellen oder die Höhe des versicherten Lohns rücken stärker in den Fokus, insbesondere bei Mitarbeitenden mit tieferen Pensen.

Gleichzeitig steigt der Bedarf an Lösungen, die besser auf unterschiedliche Beschäftigungsgrade eingehen. Unternehmen beschäftigen sich vermehrt mit flexibleren Ausgestaltungen ihrer Vorsorge, etwa durch Wahlsparpläne oder gezielte Anpassungen innerhalb bestehender Modelle. Ziel ist eine Vorsorgelösung, die den heutigen Arbeitsrealitäten besser entspricht.

 

Gesundheit wird ganzheitlich gedacht

Ein weiteres zentrales Thema ist die wachsende Bedeutung von Gesundheit im Unternehmen. Während früher vor allem Absenzen im Fokus standen, rücken heute umfassendere Ansätze in den Vordergrund. Mentale Gesundheit, Prävention und langfristige Arbeitsfähigkeit werden zunehmend als zusammenhängende Themen verstanden.

Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf die Vorsorge. Unternehmen erkennen, dass Gesundheit und Vorsorge eng miteinander verknüpft sind. Wer in die Gesundheit der Mitarbeitenden investiert, reduziert Risiken und stärkt gleichzeitig die Stabilität der Vorsorgelösung. HR, betriebliches Gesundheitsmanagement und Vorsorge wachsen dadurch immer stärker zusammen.

 

Von der Pflicht zur aktiven Gestaltung

Über alle Themen hinweg zeigt sich eine klare Entwicklung: Die berufliche Vorsorge wird zunehmend aktiv gestaltet. Unternehmen setzen sich bewusster mit den Möglichkeiten auseinander und nutzen die vorhandenen Spielräume gezielter.

Diese Entwicklung zahlt sich aus. Eine gut abgestimmte Vorsorgelösung trägt nicht nur zur Absicherung bei, sondern stärkt auch die Attraktivität als Arbeitgeber und die Bindung der Mitarbeitenden. Damit wird die Vorsorge zu einem integralen Bestandteil einer modernen HR-Strategie.

 

Ein Blick nach vorne

Die Gespräche am HR FESTIVAL europe 2026 machen deutlich, dass sich die Rolle der beruflichen Vorsorge verändert. Sie entwickelt sich von einer Pflichtaufgabe hin zu einem strategischen Faktor, der die Positionierung eines Unternehmens mitprägt.

Unternehmen, die diese Entwicklung frühzeitig aufnehmen und ihre Vorsorgelösung bewusst gestalten, schaffen die Grundlage für nachhaltige Attraktivität und langfristigen Erfolg.