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Pensionskassenbeiträge: Die beiden Arten, kurz erklärt

Pensionskassenbeiträge: Die beiden Arten, kurz erklärt

19.09.2018 |

Was unterscheidet obligatorische von überobligatorischen Pensionskassenbeiträgen?

 

Es gibt zwei Arten von Pensionskassenbeiträgen: obligatorische und überobligatorische. Wie unterscheiden sie sich? Und was sollten Sie beachten?


Die berufliche Vorsorge ist in der Schweiz gesetzlich geregelt. Jeder, der einen Jahreslohn von über CHF 21’150 verdient, muss Pensionskassenbeiträge bezahlen. Bis zu einem Jahresverdienst von CHF 84’600 fallen Löhne in die Kategorie der sogenannten obligatorischen Beiträge. Für die obligatorischen Beiträge müssen alle Pensionskassen identische, gesetzlich definierte Konditionen anbieten. Aktuell sind es mindestens 1% Jahreszins und ein Umwandlungssatz von 6.8%.

Viele Arbeitgeber und Gesamtarbeitsverträge sehen jedoch auch auf Löhne, die über der Einkommensgrenze von CHF 84’600 liegen, Pensionskassenbeiträge vor – die sogenannten überobligatorischen Beiträge. Diese sind nicht gesetzlich vorgeschrieben und bieten den Versicherten zum Teil bessere Leistungen, etwa bei Tod oder Invalidität. Allerdings variieren die Konditionen bei den überobligatorischen Beiträgen stark und sind von der jeweiligen Pensionskasse und dem gewählten Vorsorgeplan abhängig
 

Unterschiedliche Methoden

Im überobligatorischen Bereich gibt es zwei verschiedene Methoden: die umhüllende und die gesplittete. Bei der umhüllenden Methode unterscheidet die Pensionskasse nicht zwischen dem obligatorischen und dem überobligatorischen Teil; das Guthaben und die Leistungen werden gesamthaft betrachtet. Bei der gesplitteten Methode hingegen werden Obligatorium und Überobligatorium unterschiedlich behandelt. Für die überobligatorischen Beiträge gelten ein anderer Zinssatz und andere Umwandlungssätze, was zu erheblichen Differenzen in den Leistungen führen kann. Es lohnt sich also, genau hinzuschauen.
 

Unterschiedliche Umwandlungssätze

Die pensionskasse pro bietet ihren Versicherten einen umhüllenden Umwandlungssatz von 6,0 Prozent.* Das bedeutet, dass die obligatorischen und überobligatorischen Beiträge zusammengezählt und mit einem Umwandlungssatz von 6,0 Prozent umgewandelt werden. Mit anderen Worten: die beiden verschiedenen Arten von Guthaben werden also reglementarisch gleichbehandelt. Um die gesetzlichen Leistungen zu erfüllen wird in einer Schattenrechnung überprüft, ob die BVG-Leistungen erfüllt werden. Andere Pensionskassen machen einen Splitt: Sie wandeln den obligatorischen Teil zu den gesetzlich vorgeschriebenen 6.8% um, aber den überobligatorischen Teil zum Beispiel nur zu 4.5%. Beide Ansätze haben ihre Vorteile: Der umhüllende Umwandlungssatz ist vor allem für höhere freiwillige Beiträge interessant, der Splitt eher für tiefere.
* Die pensionskasse pro prüft bei jeder Pensionierung, ob die BVG Mindestleistungen mit dem Umwandlungssatz von 6.8% eingehalten werden.
 

Unterschiedliche Risikoleistungen und Verzinsungen

Sämtliche Leistungen, die Sie und alle Versicherten beziehen, müssen die gesetzlichen Mindestleistungen übertreffen – unabhängig davon, ob die gesplittete oder die umhüllende Methode angewendet wird. Bei der Verzinsung ist die Ausgangslage jedoch eine andere: Wenn Ihrer Pensionskasse eine Unterdeckung droht, sie also die Altersguthaben nicht decken kann, ist die Verzinsung des überobligatorischen Teils tiefer als beim obligatorischen Teil. Der Grundsatz ist jedoch, dass auf alle Guthaben eine Minder- oder Nullverzinsung nur zulässig ist, wenn Ihre Pensionskasse eine Deckungslücke aufweist.
 

Unterschiedliche Sicherheitsstrategien

Die Pensionskassen kämpfen heute mit verschiedenen Herausforderungen: Die demografische Entwicklung, die anhaltend tiefen Zinsen sowie die reformbedürftigen gesetzlichen Vorgaben führen dazu, dass immer mehr Geld von den aktiven Mitgliedern an die Rentner umverteilt wird, damit die vorgeschriebenen Leistungen erfüllt werden können. Die Pensionskassen können nur beim überobligatorischen Teil ansetzen und dort versuchen, die Umverteilung zu stoppen. Bei umhüllenden Lösungen oder gesplitteten Vorsorgemodellen im überobligatorischen Bereich können Pensionskassen den gesetzlichen Spielraum dazu nutzen, die Sicherheit ihrer Versicherten zu erhöhen. Der Stiftungsrat der pensionskasse pro hat deshalb den technischen Zins und den Umwandlungssatz der Pensionskasse gesenkt. Damit konnte das Ungleichgewicht reduziert werden. Darum ist es zu begrüssen, wenn hier der Spielraum des Gesetzes genutzt wird – zu Gunsten von Sicherheit, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit.

 

Haben Sie das gewusst?

Überobligatorische Beiträge sind nicht nur bei hohen Löhnen möglich


Das BVG-Obligatorium basiert auf dem Lohnteil zwischen CHF 21’150 und CHF 84’600.
Der im Obligatorium versicherte Lohn ist dabei der AHV-Lohn minus Koordinationsabzug von CHF 24'675. Der im Obligatorium gültige versicherte Lohn beträgt mindestens CHF 3’525 und maximal CHF 59’925. Auf diesen versicherten Lohn werden altersabhängige Beiträge erhoben. Bis zum Alter von 24 Jahren gibt es keine Sparbeiträge. Im Obligatorium ist nur das Risiko Tod und Invalidität versichert. Ab dem Alter von 25 Jahren spart man zusätzlich für die Altersvorsorge. Die Höhe der Sparbeiträge unterscheidet sich je nach Alter der Versicherten:
25–34 Jahre: 7 % des versicherten Lohnes sind Sparbeiträge
35–44 Jahre: 10 % des versicherten Lohnes sind Sparbeiträge
45–54 Jahre: 15 % des versicherten Lohnes sind Sparbeiträge
55–64/65 Jahre: 18 % des versicherten Lohnes sind Sparbeiträge

Alle Sparbeiträge, die über diese obligatorischen Beiträge hinaus bezahlt werden, sind überobligatorisch.

Stand der Daten im Artikel: Juni 2018


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