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Berufliche Vorsorge für Selbstständigerwerbende

Berufliche Vorsorge für Selbstständigerwerbende

18.08.2020 |
Selbstständigkeit bedeutet Freiheit. Dies gilt auch für die Altersvorsorge. Während für Arbeitnehmende im Angestelltenverhältnis Beiträge an die 1. und 2. Säule obligatorisch sind, besteht bei Selbstständigen nur für Beiträge an die 1. Säule eine gesetzliche Vorschrift. Die Vorsorge in der 2. Säule zu vernachlässigen, kann aber riskant sein und sich langfristig negativ auswirken.

Wer selbstständig ist, zahlt Beiträge in die 1. Säule ein und sichert sich damit eine AHV-Rente, die nach der Pensionierung ausbezahlt wird. Vielleicht rechnen einige auch mit der Generierung von zusätzlichem Alterskapital durch einen möglichen Verkauf des eigenen Unternehmens. Viele zahlen zudem noch in eine Säule 3a ein. Auch in die 2. Säule leisten rund 45%1 der Selbstständigen freiwillige Beiträge. Diese Option sichert ihnen neben steuerlichen Vorteilen zusätzlichen Versicherungsschutz zu günstigen Konditionen. Welches jedoch die passende Vorsorgestrategie ist und was es dabei zu beachten gibt, hängt von der individuellen Situation ab. Klar ist: Die Vorsorge wird zunehmend wichtig, und es lohnt sich besonders für Selbstständige, die Alternativen zu prüfen.

Die 2. Säule bringt viele Vorteile

Sollen Selbstständige auf die 2. Säule oder auf die Säule 3a setzen? Ist gar eine Kombination möglich und sinnvoll?

In der Säule 3a haben Selbstständige mehr Freiheiten als Angestellte. Wenn sie keine Beiträge an die Pensionskasse leisten, können sie jedes Jahr bis zu 20 % ihres Nettoeinkommens in die Säule 3a einzahlen (maximal CHF 34’128.00/Jahr). Wer obendrein Beiträge in die Pensionskasse einzahlt, darf daneben maximal CHF 6’826.00 pro Jahr in die Säule 3a einzahlen.

Beiträge an die Pensionskasse dürfen laut Gesetzgeber jährlich bis zu 25 % des Einkommens ausmachen und sind – genauso wie die Beiträge an die Säule 3a – steuerlich abzugsfähig. Bei der 2. Säule besteht zudem die Möglichkeit, freiwillige Einkäufe zu tätigen. Damit kann in einkommensstarken Jahren zum Beispiel die Steuerbelastung zusätzlich gesenkt werden. Punkto Steuerersparnis fährt ein Selbstständiger also besser mit der 2. Säule.

Wer seine Familie absichern möchte, zieht ebenfalls Vorteile aus der Entscheidung für eine Pensionskasse. Denn bei dieser Lösung sind Todesfall und Invalidität mitversichert. Eine Alternative zur Absicherung wäre eine separate Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder eine private Lebensversicherung.

In der Säule 3a kann man häufig seine Anlagestrategie selbst definieren. In der 2. Säule ist dies ebenfalls möglich, jedoch nur für den Bereich, der nicht durch den Sicherheitsfonds abgedeckt ist. Das heisst, in der Regel kann für Lohnbestandteile ab CHF 127’980.00 die Strategie der Anlage selbst definiert werden.

Wenn es um die Frage der Auszahlung des angesparten Kapitals geht, fährt man mit der 2. Säule besser: Bei der Pensionskasse können Sie wählen, ob Sie das Kapital oder eine lebenslange Rente beziehen möchten.

In vielen Fällen überwiegen die Vorteile einer Vorsorge in der 2. Säule. Eine Kombination der 2. Säule und der Säule 3a ist natürlich auch möglich.

Vergleich von 2. und 3. Säule für Selbstständige

  2. Säule Säule 3a
Steuerersparnis Maximal 25 % des Einkommens sind abzugsfähige Beiträge Maximal 20 % des Einkommens sind abzugsfähige Beiträge
Wahl der Anlagestrategie Möglich für Lohnbestandteile, die nicht durch Sicherheitsfonds abgedeckt sind Meistens möglich
Risikoabsicherung Die Risiken Tod und Invalidität sind automatisch versichert Kontolösung: muss separat abgeschlossen werden
Versicherungslösung: ist ganz oder teilweise integriert
Rente oder Kapital? Freie Wahl zwischen Rente oder Kapital Grundsätzlich Kapitalbezug

Wer gilt als selbstständig erwerbend?

Massgeblich ist die Rechtsform: Inhaber einer AG oder einer GmbH gelten versicherungstechnisch nicht als selbstständig erwerbend, sondern als Angestellte des Unternehmens. Das heisst, sie sind dementsprechend dem BVG unterstellt und zahlen Beiträge in die 2. Säule ein. Als Selbstständigerwerbende gelten Inhaber eines Einzelunternehmens bzw. einer Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft. Sie haben bei der Vorsorge mehr Spielraum und können ihre Vorsorge in der 2. Säule auf freiwilliger Basis organisieren.

Welches sind die Anschlussmöglichkeiten?

Selbstständige haben drei Möglichkeiten, sich in der 2. Säule zu versichern.

1

Branchenlösung
Sie können sich der Vorsorgelösung ihrer eigenen Berufsbranche anschliessen.

2

Pensionskasse der Angestellten
Selbstständigerwerbende mit Angestellten haben die Möglichkeit, sich bei derselben Pensionskasse wie ihre Angestellten zu identischen Konditionen versichern zu lassen.

3

Stiftung Auffangeinrichtung
Falls weder eine Branchenlösung existiert noch eigene Angestellte zu versichern sind, ist ein Anschluss bei der Stiftung Auffangeinrichtung zu den gesetzlichen Minimalbedingungen möglich.

Die passende Pensionskasse finden

Kriterien für die Wahl Ihrer Pensionskasse
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Verwaltungskosten
  • Deckungsgrad
  • Verhältnis Rentner zu Aktiven
  • Umwandlungssatz
  • Anlagestrategie
  • Verzinsung

Für Selbstständige bietet die Vorsorge in der 2. Säule viele Vorteile. Wer sich dafür entschieden hat, steht vor der nächsten Frage: Wie finde ich die passende Pensionskasse? 

In welcher Situation Sie auch sind: Die Wahl der Pensionskasse sollte mit Bedacht getroffen werden. Wichtig ist die Qualität. Dazu zählen die finanzielle Solidität, das heisst der Deckungsgrad, das Verhältnis von Rentnern zu Aktiven, der Umwandlungssatz, die Verzinsung und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Achten Sie auch auf die Anlagestrategie der Pensionskasse. Ist diese fokussiert auf Rendite, oder steht die langfristige finanzielle Sicherheit im Zentrum? Wählen Sie eine Pensionskasse, die auch bezüglich der Anlagestrategie Ihren Zielen und Bedürfnissen entspricht. Nicht zu unterschätzen sind auch die Verwaltungskosten, die Ihnen eine Pensionskasse belastet.

Die Tellco pkPRO bietet angeschlossenen Berufsverbänden, Interessensgemeinschaften und anderen Kollektiven die Möglichkeit, alle Synergien der beruflichen Vorsorge eines Kollektivs zu nutzen. Weitere Informationen

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1 BFS 2018.



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